Kapitel 001 · Teil 01 · Transkription
Pareto-Prinzip — Gieß nicht jede Pflanze gleich viel
Suche die wenigen Tätigkeiten, die besonders viel bewirken.
Szene
Du hast eine Woche lang gearbeitet und kannst jeden einzelnen Tag erklären. Nur beim Ergebnis wird es still. Vielleicht warst du nicht zu langsam. Vielleicht hast du sehr gewissenhaft die falschen Beete gegossen.
Prinzip
Das Pareto-Prinzip lenkt den Blick auf ungleich verteilte Wirkung: Einige Tätigkeiten tragen deutlich mehr zum Ergebnis bei als andere. Die bekannte Zahl 80/20 ist dabei eine Suchhilfe, kein Naturgesetz. Entscheidend ist, Beiträge zu einem konkreten Ergebnis zu vergleichen. Beschäftigung, Sichtbarkeit und Wirkung sind verschiedene Dinge.
Beispiel
Eine Beraterin prüft ihre letzten Aufträge. Viele entstanden aus persönlichen Empfehlungen und gründlichen Erstgesprächen. Tägliche Kurzposts brachten dagegen kaum passende Anfragen. Sie schützt nun Zeit für die beiden stärkeren Wege und testet, ob sich der Unterschied wiederholt. Bestehende Zahlen liefern eine Hypothese; sie ersetzen keine Prüfung.
Grenze
Seltene, aber notwendige Arbeit wie Wartung bleibt notwendig. Ein Beitrag kann gering aussehen, weil er einen Schaden verhindert.
Versuch
Notiere drei Ergebnisse der letzten Woche. Ordne jedem die Tätigkeit zu, die am meisten dazu beigetragen hat. Reserviere für eine davon erneut Zeit.
Nicht jede Stunde trägt gleich viel.
Einordnung im Buch: Managementheuristik
Wortlaut der Textseite 15, ohne die Illustration der linken Seite.




